Die Bezirksliga-Mannschaft aus Oppenrod schließt sich geschlossen dem Post SV Gießen an - Eine kleine Mannschaftsfeier hat einen größeren Paukenschlag im heimischen Tischtennis ausgelöst. Die Spieler des Bezirksligisten Sportfreunde Oppenrod schließen sich zur kommenden Saison komplett dem Post SV Gießen an.

Ein gewiss außergewöhnlicher Schritt. Aber einer mit guten Gründen. Zuletzt vermochten es die Sportfreunde nur noch, eine einzige aktive Mannschaft am Spielbetrieb teilnehmen zu lassen. Gerade mal sieben Spieler versammelten sich im Training. Nach dem Motto: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende hat sich nun die gesamte Mannschaft dazu entschlossen, das Kapitel Wettkampf-Tischtennis bei den Sportfreunden zu schließen. Wobei die TT-Abteilung wohl noch existent bleibt. Der Wechsel stellt natürlich einen herben Verlust für das Sportgeschehen in der Gemeinde dar.

Ein Verlust, der wiederum ein Gewinn für den Gießener Club ist. „Für uns als ganz kleiner Verein, der immer nur ums Überleben gekämpft hat“, sagt Andreas Morsch, „ist das natürlich ein sportlicher Traum.“ Dem Verein aus der Gießener Nordstadt mangelte es über Jahre hinweg an einem starken Unterbau. Andreas Morsch bildete mit seinen Brüdern Marco und Michael sowie ihrem Vater Lothar das Herz des PSV. Die Morsch-Brüder widerstanden früher allen Verlockungen, zu höherklassig aktiven Vereinen zu wechseln und blieben stets den Schwarz-Gelben treu.

Der Abteilungsleiter der Mannen von der Georg-Büchner-Schulhalle erklärt, wie es zu diesem außergewöhnlichen Schritt kam. So machten sich die Sportfreunde schon länger Gedanken, wo ihre Zukunft liegen könnte, da das Ende der Abteilung absehbar war.

„Im vergangenen Mai hatten wir eine kleine Mannschaftsfeier im Basilico in Gießen. Da kamen zufällig Markus Hendrich und Wagar-Ahmad Oßwald von den Sportfreunden vorbei und erzählten, dass die gesamte Mannschaft auf Vereinssuche sei. Da sind wir natürlich hellhörig geworden“, berichtet Morsch. Der Abteilungsleiter hielt den Kontakt nach Oppenrod. Die Spieler kannten sich sowieso schon seit Jahren. Und schließlich wurde der Komplett-Wechsel festgemacht. Mit Sebastian Steinbrecher, Markus Hendrich, Manuel Ruschig, Harald Ehser, Ahmad-Oßwald, Torsten Metz und Jürgen Fieser verstärken insgesamt sieben Akteure die Postler. Und diese Mannschaft nimmt auch die Bezirksliga-Zugehörigkeit mit nach Gießen. So sehen es die Statuten vor. Die Neuzugänge sollen auf die zweite und dritte Mannschaft aufgeteilt werden. „Theoretisch könnten sie auch alle weiter gemeinsam spielen. Aber wir wollen natürlich alle, dass hier etwas zusammenwächst“, erklärt Morsch.

Da die Erste des PSV in die Verbandsliga aufgestiegen ist, verfügt der Verein nun über eine Liga-Aufteilung, die einmalig in seiner Geschichte ist. Denn die Zweite tritt künftig in der Bezirksliga an – könnte theoretisch sogar Bezirksoberliga spielen, was aber wohl wahrgenommen wird – und der PSV III ist soeben in die Kreisliga aufgestiegen. Was aber Morsch noch viel wichtiger ist: „Wir haben jetzt endlich eine richtig große Trainingsgruppe auf tollem Niveau.“ Davon dürften auch die künftigen Verbandsliga-Spieler profitieren. Um den Klassenerhalt für den Neuling ist es Morsch nicht bange: „Mit Alec Metsch und Simon Burkhardt haben wir zwei Topspieler für diese Liga. Wir werden die Klasse auf alle Fälle halten.“ Auch dadurch untermauern die Postler, nach dem Gießener SV der klassentechnisch zweitstärkste Verein im Stadtgebiet zu sein.

Sollte die Integration der kompletten Sportfreunde-Mannschaft gelingen, woran Morsch keine Zweifel hat, dann freut sich der Abteilungsleiter darauf, „dass der Verein dann eine Anlaufadresse für weitere ambitionierte Spieler“ wird. Kurzum: Die Sportfreunde haben die Postler glücklich gemacht.

Jetzt müssen nur noch die Sporthallen wieder für Tischtennis geöffnet werden. „Unser Hygienekonzept haben wir eingereicht“, sagt Morsch und hofft, „dass es nächste oder übernächste Woche wieder losgeht.“ Denn eines ist klar: „Tischtennisspielen vermisse ich schon seit Wochen.“ Und Tischtennisspielen dürfen die Postler künftig mit großer Verstärkung.

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