Die Bilanz der Europameisterschaften im Para-Tischtennis könnte für Juliane Wolf von den TSF Heuchelheim kaum besser ausfallen. Die Medaillengewinnerin der Paralympics in Paris konnte auch im schwedischen Helsingborg ihrer Favoritenrolle gerecht werden und die Goldmedaille im Einzel und eine Silbermedaille im Doppel – an der Seite ihrer Partnerin Stephanie Grebe – erringen. Wolf wurde erstmals in ihrer Karriere Europameisterin.

Der Weg zu einem ihrer größten Erfolge war für die 37-Jährige durchaus dramatisch. Nach souveränem Gewinn der Gruppenphase und einem Freilos traf sie im Halbfinale auf die Niederländerin Van Hoof. Dieser Schlagabtausch auf Augenhöhe wurde im fünften und letzten Satz entschieden, wobei sich die beiden Kontrahentinnen nichts schenkten. In der Verlängerung musste Wolf ein medizinisches Time-Out nehmen: eine von Spannung für alle Beteiligten, Spielerinnen wie Zuschauer geprägte Situation. Doch das Match konnte fortgesetzt werden und Wolf den Satz denkbar knapp mit 16:14 für sich entscheiden. Mit einem 3:2-Sieg zog die Heuchelheimerin ins Finale ein.

Am darauffolgenden Tag wurde das Endspiel zwischen Wolf und Grace Williams aus Großbritannien ausgetragen. Diese Partie verlief jedoch recht einseitig, Wolf konnte ungefährdet einen 3:0-Sieg erringen und damit erstmals Europameisterin ihrer Wettkampfklasse 8 werden.

In der Doppelkonkurrenz startete Wolf indes mit ihrer bewährten Partnerin Stephanie Grebe, mit der sie in Paris die Silbermedaille gewinnen konnte. Auch hier wurde eine souveräne Gruppenphase gespielt, die das Doppel mit zwei Siegen beendete. Das Halbfinale gegen das britische Doppel Twomey/Pickard wurde ebenso recht klar gewonnen. Doch im Finale, das am letzten Tag der Europameisterschaften ausgespielt wurde, war die Siegesserie gegen das französische Doppel Caillaud/Kamkasomphou zu Ende. Das deutsche Doppel Wolf/Grebe unterlag im fünften Satz, konnte damit aber – wie bei den Paralympics – die Silbermedaille erringen.

„Mit Gold im Einzel und Silber im Doppel war es für mich eine überragende EM. Der erste Einzeltitel bedeutet mir sehr viel und ist ja auch ein direktes Ticket zur WM“, bilanzierte die TSF-Spielerin. Juliane Wolf hat zudem eine besondere Beziehung zu Schweden, da sie nach dem Abitur einen Freiwilligendienst bei einem schwedischen Tischtennis-Verein absolvierte und darüber zum Behindertensport gekommen ist. Entsprechend freute sie sich, „dass es nun in Schweden passiert ist, wo meine Reise im Para-Sport gestartet ist. Das ist ein ganz besonderes Gefühl“.

Für den zweiten Spieler der TSF Heuchelheim bei den Europameisterschaften, Maxym Nikolenko, verlief das Turnier durchaus ebenfalls dramatisch, wenn auch nicht mit dem ganz großen Coup für den jungen Ukrainer. Nach souveränem Gewinn der Gruppenphase schied er im Viertelfinale gegen den Franzosen Berthier in der Verlängerung des fünften Satzes mit 10:12 aus. Denkbar knapp und ärgerlich, hatte er doch zuvor in Führung gelegen und eigene Matchbälle vergeben. Damit kehrte sich das Ergebnis der Paralympics um, als Nikolenko im letzten Jahr gegen eben diesen Franzosen in der Verlängerung gewinnen konnte. Berthier wurde am Ende auch Europameister.

Der für das Flüchtlingsteam startende, gebürtige Iraner Sayed Amir Hossein Hosseini Pour hatte eine Außenseiterchance beim Turnier. Unterstützt wurde der TSF-Spieler von seinem Trainer Fabian Lenke, ebenfalls TSF Heuchelheim. Hosseini Pour schaffte Achtungserfolge mit zwei Siegen und dem Erreichen des Achtelfinales. Er schied am Ende gegen den Kroaten Zohil aus.

Zwei Medaillen gehen nach Büßfeld

Durchaus positiv fiel die Bilanz weiterer hessischer Spielerinnen und Spielern bei den Europameisterschaften aus. Allen voran Marlene Reeg von der TTG Büßfeld schaffte eine Bronzemedaille im Einzel sowie ebenso einen dritten Platz in der Mixed-Konkurrenz an der Seite des Hessen Jan Reinig vom TTC Heppenheim.

Insgesamt waren es sehr erfolgreiche Europameisterschaften für die heimischen Sportlerinnen und Sportler, gekrönt mit dem Europameistertitel für Juliane Wolf.


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