Dieses Spiel hatte diese Aufmerksamkeit verdient, gut 50 Zuschauer wollten das Spitzenspiel der Tischtennis-Regionalliga West sehen. Und diese bekamen den verdienten Augenschmaus von den Akteuren des Gießener SV und ihren Gegnern vom BV Borussia Dortmund II serviert: Spannung vom Anfang bis zum Ende mit pausenlos sehenswerten Ballwechseln, circa zweieinhalb Stunden lang. Einig waren sich danach Zuschauer, die Gießener Spieler und allen voran Jürgen Boldt: „Dortmund war heute einen Tick besser.“ Das drückt sich beim Gesamtergebnis von 4:6, noch mehr aber in der Bilanz der Ballwechsel (303:315) aus. Das Samstagsspiel der Weststädter beim TTC Jülich geriet unter diesen Umständen zur Randnotiz, denn die Gießener waren beim stark ersatzgeschwächten westdeutschen Gegner zu einem 10:0-Kantersieg gekommen. Der GSV steht trotz dieser Niederlage immer noch mit der relativ zweitbesten Bilanz (16:6) in der Tabelle da. Nur Spitzenreiter TTC Waldniel (20:2) ist besser – und der kommt am 7. März in die Weststadt.
TTC Jülich - Gießener SV 0:10: Mit nur einem Akteur aus der Stammmannschaft, also mit drei Ersatzleuten, standen die Gastgeber auf verlorenem Posten. Die stark aufgestellten Gießener nutzten die Begegnung beim TTC Jülich zum Einspielen auf das Spitzenspiel am Sonntag. Ganze drei Satzgewinne blieben beim TTC: Lukas Rimkus benötigte Anlaufzeit, mit Michael Fuchs gab man im Doppel einen Satz an Lisowski/Digel her. Rimkus tat sich dann auch im Einzel gegen Lisowski schwer und bog die Partie erst im Entscheidungssatz um. Souverän bestritten mit klaren 3:0-Erfolgen Fuchs und Saha Sourav ihre Einsätze. Neuzugang Miroslav Horejsi gelang mit Sourav ein deutlicher Erfolg im Doppel, beim Einzel gegen Preuss hatte er dreimal nur knapp mit 13:11, 11:9 und 14:12 die Nase vorn.
Gießener SV – BV Borussia Dortmund II 4:6: Während Fuchs/Rimkus zu einem überlegenen 3:0-Sieg über Tan Hasse/Westhoff kamen, hatten es Sourav und Neuzugang Horejsi mit dem eingespielten Duo Bottroff/Helbing (Bilanz nunmehr 11:1) zu tun. Zu bemerken war besonders in den Satzpausen, dass die Gießener sich in einigen Punkten nicht ganz einig waren. Eine 9:7-Führung war zuvor im ersten Durchgang verspielt worden, danach dominierten die BVBler nach Belieben. Sourav begann anschließend gegen Helbing souverän mit zwei Satzgewinnen, konnte im dritten Durchgang nach einer Aufholjagd den Sieg noch nicht eintüten. Im vierten Satz setzte sich der GSV-Spitzenmann dann mit 11:9 knapp durch. Horejsi überraschte den BVB-Einser Bottroff sehenswert im zweiten Satz, musste insgesamt aber dessen Überlegenheit anerkennen. Im Gegensatz zum Spitzenpaarkreuz boten die Akteure hinten ein kurzes Schauspiel: Fuchs zeigte sich Westhoff deutlich überlegen, Rimkus blieb gegen den starken Abwehrkünstler Yakymchuk ohne Chance. Dann fieberten die Zuschauer dem Spitzenduell entgegen. Sourav wurde diesmal allerdings vom bundesligaerfahrenen Bottroff regelrecht entzaubert, vor allem dessen Aufschläge führten zu etlichen Rückschlagfehlern des GSV-Spitzenmanns. Damit war klar, dass im Match zwischen Horejsi und Helbing eine Vorentscheidung anstand. Horejsi begann stark mit einem 11:8-Erfolg, bekam danach aber den Dortmunder nicht mehr in den Griff und unterlag deutlich mit 1:3. Anschließend wurde der Gießener Rimkus seiner Favoritenrolle gegenüber Westhoff gerecht und verkürzte auf 4:5. Der Gießener Fuchs hatte derweil gegen Yakymchuk eine 6:2-Führung im ersten Durchgang hergegeben, ihm fehlte die Geduld gegen den starken Abwehrer auch im zweiten Satz (3:11). Dann keimte Hoffnung nach einem Teilerfolg auf, denn mit überlegten Aktionen glich Fuchs (11:5 und 11:8) aus. Im Entscheidungssatz fehlte dem Gießener jedoch erneut die nötige Geduld, zudem spielte der Dortmunder Yakymchuk erneut groß auf.








